Holzelementbau MFH Stadelhofen

Das Thema einer Baulücke im städtischen Kontext ist wohl jedem Architekturstudenten bekannt. Die Möglichkeit, diese Thematik in der Realität umsetzen zu können, ist einerseits nicht jedem Absolventen gegönnt, andererseits auch nicht an jedem gebauten Beispielen erwähnenswert. Das Projekt der zwei Mehrfamilienhäuser des Büros Kämpfen für Architektur verspricht aber eine Mischung aus traditionellem und doch technisch hochstehendem Handwerk: Im schicken Zürcher Seefeldquartier – direkt beim Bahnhof Stadelhofen – entstehen zwei sechsgeschossige Holzbauten nach Minergie-P-Eco, welche durch eine gemeinsame Tiefgarage unterirdisch verbunden sind. An der Hufgasse wird ein fünfgeschossiger Bau plus Attikageschoss den Abschluss der bestehenden Häuserzeile markieren. An der Mühlebachstrasse schliesst ein sechsgeschossiges Volumen die bestehende Baulücke. Das Nutzungskonzept beinhaltet mehrheitlich Wohnungen in den oberen Geschossen, an der Mülebachstrasse aber auch Gewerbeflächen.

Die Sockelgeschosse sind betoniert, die Treppenhaustürme aus brandschutz- und statischen Gründen ebenfalls. Bei diesen Bauteilen spielt auch die Erdbebensicherheit eine grosse Rolle. Die Tragkonstruktion der vorfabrizierten Decken ist nicht ganz in Holz ausführbar gewesen, so wurden die Elementstösse bauseits mit Beton ausgegossen, welche zudem mit HEB 220 Stahlträgern verbunden sind. Die gedämmten Wohnungstrennwände sind mit je einer tragenden und nichttragenden Schicht als Holzständer erstellt worden. Die Leitungsschächte bei den Brandmauern sind mit Zement-Silikatplatten verkleidet, dass der verlangte Feuerwiederstand erreicht wird.

Die Wärmeerzeugung erfolgt mittels einer Pellets-Anlage die zur Aufbereitung von Warmwasser und zur Heizungsvorwärmung zusätzlich von vertikalen Flachkollektoren in der Hof-Fassade (Gebäude Mühlebachstrasse) und Vakuumröhrenkollektoren auf dem Dach der Hufgasse unterstützt wird. Zusätzlich ist vorgesehen, mit einem Stirlingmotor, der von einer Pelletsfeuerung angetrieben wird, und einer 30 kWp-Photovoltaik –Anlage auf dem Dach der Mühlebachstrasse elektrischen Strom zu produzieren. Beide Gebäude erhalten je eine zentrale Lüftungsanlage. Die Luft wird mittels Erdsonden vorgewärmt oder gekühlt. Die Luftmengen können je Wohnung oder Büroeinheit separat reguliert werden.

Die Ãœberbauung zeigt, dass auch innerstädtische Bauten sehr ökologisch und energieeffizient erstellt werden können. In Zukunft wird auf dem Bau auch immer mehr ein ökologischer Ablauf gefragt sein. Diese Kriterien erhielten in der Planung besonderes Gewicht.

Die ausführende Holzbaufirma, das Architekturbüro und der Hozbauingenieur erläuterten uns eindrücklich die komplexen planerischen Aufgaben zwischen Holzbauingenieur, Holzbauausführung und den vorgegebenen architektonischen Anforderungen. Die FAB bedankt sich bei den Fachplanern für die Besichtigung und die spannenden Erläuterungen.

 

Bericht:                   Daniel Hurni, Vorstand FAB ZH

Bilder:                     Daniele Lupini, Präsident FAB ZH, Leistungsfotograf SBf